Stundenblätter - Literatur und Musik

Die Programme der Stundenblätter lassen Texte und Musik ineinanderfließen...   gesprochenes Wort und Klang verbinden sich zu einem gemeinsamen Medium. Literatur und Musik stehen darin nicht als voneinander getrennte Ausdrucksformen, sondern finden in ihm ihr gemeinsames Lebensgefühl, ihre gemeinsame Zeit und ihre gemeinsamen Autoren und Komponisten.

Ringelnatz Ulrich Rasche, Gitarre
und
Wolfgang Suk, Literatur
Ringelnatz
Wolfgang Suk studierte in Würzburg Germanistik und Geographie.
Nach dem Studium erhielt er im Würzburger Haberberger- Verlag seine Ausbildung zum Zeitschriftenredakteur und leitete mehrere Jahre die Theaterzeitschift "Drehbühne".
Seit 1986 Hörfunkjournalist und
seit 1994 beim Bayerischen Rundfunk.


Muschelkalk – der andere Ringelnatz

Stundenblätter – Wolfgang Suk, Literatur / Ulrich Rasche, Gitarre
Ja, es macht noch Spaß und es funktioniert noch. Bei einer spontanen Probe haben Ulrich Rasche und Wolfgang Suk gemerkt, dass das Programm „Muschelkalk“ nichts an seiner Aktualität und Frische verloren hat. Seit der Premiere beim „Fränkischen Sommer“ 1997 sind nach zahlreichen Aufführungen noch verschiedenste Töne und Nuancen hinzu gekommen. Ein Grund mehr, dieses Programm gereift und gewachsen wieder auf die Bühne zu bringen.

Literatur
München in den Zwanzigerjahren. Im blauen Matrosenanzug steht er allabendlich im Boheme-Lokal "Simpl" auf der Bühne.
Immer ein Wein- oder Schnapsglas in der Hand - Joachim Ringelnatz, der singende, reimende und stetig betrunkene Matrose:
mit seiner dürren Gestalt und großen Hakennase genauso skurril wie seine Gedichte vom Seemann" Kuttel Daddeldu".

Der skurrile Witz gehörte zu Joachim Ringelnatz wie der Alkohol - zumindest zu dem Joachim Ringelnatz, wie er sich nach ußen hin gab. Aber wenn "Kuttel Daddeldu" nach seinem Auftritt Schnapsflasche und Matrosenanzug wegpackte, verschwand mit den Requisiten auch seine gewollte Lächerlichkeit.
An solchen Abenden saß er nicht selten wortkarg und in Gedanken versunken an einem Tisch im "Simpl", bis er nach Haus ging, zu "Muschelkalk", wie Ringelnatz seine Frau nannte.
Sie kannte den anderen Ringelnatz am besten, den wehmütig - einsamen, der sich hinter seinem Humor versteckte und in seinen "Kuttel-Daddeldu"-Versen 1920 schrieb:

Das ist nun kein richtiger Scherz. Ich bin auch nicht richtig froh.
Ich habe auch kein richtiges Herz.
Ich bin nur ein kleiner, unanständiger Schalk.
Mein richtiges Herz. Das ist anderwärts, irgendwo
Im Muschelkalk.

Musik

Erik Satie (1866 – 1925)

Gymnopedie

Francis Kleynjans (*1954)

Arpège aus "3 Petites Pieces"op.77

Oliver Hunt (*1934)

Arioso

Leo Brouwer (*1939)

Estudio Nr.6

Heitor Villa-Lobos (1887-1959)

Etude Nr.8

Leo Brouwer

Estudio Nr.9

Jaime Zenamon (*1953)

Preludio

Johann Pachelbel (1653 – 1706)

Prelude Nr.2

Manuel M. Ponce (1882-1948) Prelude Nr.2
Oliver Hunt Moto Perpetuo
Gilbert Biberian (*1944) Mexico -18th September, 1985
Abel Carlevaro (1918-2001) Campo aus "Preludios Americanos"
Heitor Villa-Lobos Prelude Nr.3
Joaquin Rodrigo (1901 - 1999) Zarabanda Lejana

Manuel M. Ponce 

Valse

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Muschelkalk


Cronegk - ein Dichter vor seiner Zeit

Johann Friedrich von Cronegk

Johann Friedrich von Cronegk wird am 2. September 1731 in Ansbach geboren.
Mit knapp zwanzig Jahren ist der sprachbegabte junge Mann hellwach für die Gedankenwelt der Aufklärung in der Mitte des 18. Jahrhunderts: Er verehrt die Reinheit der Natur, die Klarheit des einfachen Lebens - zumindest in seinen Gedichten aber auch die Liebe und den Wein. Das zeigt seine Verbundenheit mit dem griechischen Dichter Anakreon.
In seinen Dramen hingegen sind die Tugend, die Klarheit und die Reinheit seine Themen. Im "Olint" auch die Toleranz. Ein Gedanke, den Gotthold Ephraim Lessing erst zwanzig Jahre später im "Nathan" zur literarischen Vollendung bringen wird.
Cronegk selbst gelang die Vollendung nicht mehr. Er starb bereits im Alter von 26 Jahren in Nürnberg an den Blattern. Nach seinem Tod am 1. Januar 1758 ehrt ihn der große Aufklärer Lessing mit den Worten: Er war ein Genie - was ihm fehlte, war die Reife.

 

Musik von Bach, Giuliani, Sor u.a.